Fragen und Antworten

Immer wieder werden Fragen zu unserem Vorhaben gestellt. Im Folgenden sollen einige der Wichtigsten beantwortet werden. Sollte Ihre Frage nicht dabei sein, schreiben Sie uns an info@hansekraft-stade.de. Wir antworten gerne persönlich.

  • Stade hat mit der direkten Anbindung an die Elbe hervorragende logistische Voraussetzungen. Unser überwiegend international bezogenes Altholz können wir so einfach und vergleichsweise emissionsarm (gegenüber dem Transport auf der Straße) über den Seeweg anliefern lassen. Zudem herrscht im Industriepark Stade und der umliegenden Region ein großer Bedarf an fossilfrei gewonnener Energie. Dadurch das wir unsere Anlage zur Produktion von Dampf, Strom, Wärme und biogenem CO2 nutzen können, können wir hier in Stade das volle Potenzial der Technologie ausschöpfen.

  • Wir produzieren Energie genau dort, wo sie gebraucht wird. Und die im Industriepark in Stade benötigten Mengen Energie sind sogar so groß, dass sie nur zum Teil von uns gedeckt werden können. Der erwartete sehr hohe Wirkungsgrad unserer Anlage (>80%) ist nur deshalb so hoch, weil der von uns produzierte Energiemix direkt vor Ort abgenommen wird. Das belegt die maßgeschneiderte Planung unserer Anlage. Für unsere Industriepartner*innen bietet unsere Anlage den Vorteil, dass der heute überwiegend aus fossilen Energieträgern produzierte Dampf durch fossilfrei gewonnenen Dampf ersetzt werden kann und so ein Beitrag zur Reduzierung fossiler Emissionen am Standort geleistet werden kann.

  • Für Altholz jeder Art gilt gemäß Altholzverordnung ein Entsorgungsgebot, dem wir mit unserer Anlage nachkommen wollen.

    Mit Hilfe modernster und KI-gestützter Sortiertechnik können wir naturbelassenes, weitgehend unbehandeltes Altholz bedarfsgerecht und mit hohem technischem Aufwand aus dem Materialstrom aussortieren und der stofflichen Weiterverwendung zuführen – obwohl wir dazu gesetzlich nicht verpflichtet sind.

  • Die Industrie in Stade ist auf die Verfügbarkeit von Hochdruckdampf mit besonderen Parametern angewiesen. Dieser Hochdruckdampf kann nur thermisch erzeugt werden – vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdgas oder Kohle. Wir wollen möglichst viele dieser fossilen Energieträger durch Biomasse ersetzen.

    Aufgrund der benötigten anspruchsvollen Dampfparameter und der Menge des Dampfes ist es nicht möglich, eine wirtschaftliche und technisch realistische Alternative (beispielsweise Großwärmepumpen, Solar-Anlagen oder Windkraft) auf dem Bützflether Sand zu realisieren. 

  • Der deutsche Altholzmarkt befindet sich im Umbruch. Alte Anlagen, die überwiegend Strom produzieren, gehen vom Netz. Gleichzeitig werden viele neue moderne Anlagen gebaut. Dies führt zu einer Neusortierung des deutschen Altholzmarktes.

    Unser Fokus liegt dabei auf dem internationalen Markt. Dafür bietet Stade mit der Anbindung an die Elbe logistisch hervorragende Bedingungen. Wir haben bereits erste Vereinbarungen mit Lieferant*innen aus dem europäischen Ausland getroffen und so sehen wir schon heute, dass unsere Anlage hier vorhandene Potenziale mobilisiert. Marktstudien bestätigen eine langfristig positive Prognose.

    Wir werden in unserer Anlage kein Frischholz einsetzen, das zur stofflichen Verwertung geeignet ist. Dennoch wollen wir lokal die Möglichkeit bieten, Biomasse aus Frischholzabfällen, beispielsweise Gartenabfälle wie Hecken und alte Weihnachtsbäume, in unserer Anlage zu verwerten. Dies ermöglicht eine lokale Entsorgung mit kurzen Lieferwegen.

  • Altholz der Kategorie IV ist ein Altholz-Mix. Nur ein kleiner Teil des Altholzes in diesem Mix ist mit Holzschutzmitteln oder ähnlichen Schadstoffen behandelt. Meist handelt es sich dabei um behandeltes Holz von Gartenmöbeln und Gartenzäunen sowie um das Holz imprägnierter Fensterrahmen und Haustüren. Aufgrund von heute geltenden Gesetzesvorgaben werden die Belastungen in dieser Altholzkategorie ständig geringer und der Altholz-Mix damit immer sauberer.

    Für jedes Altholz – auch das der Kategorie IV – herrscht gemäß der deutschen Altholzverordnung ein Entsorgungsgebot, dem wir mit unserer Anlage nachkommen wollen.

    Dabei wird unsere Anlage durch die installierte Rauchgasreinigung dazu in der Lage sein, mögliche Schadstoffe zu binden und herauszufiltern. Unsere Planungen werden von Beginn an eng mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Wie schon bei unserem Schwesterkraftwerk in Emlichheim, werden wir auch in Stade alle geltenden Grenzwerte nicht nur einhalten, sondern deutlich unterschreiten.

  • Mit Hilfe modernster und KI-gestützter Sortiertechnik können wir naturbelassenes, weitgehend unbehandeltes Altholz bedarfsgerecht und mit hohem technischem Aufwand aus dem Materialstrom aussortieren und der stofflichen Weiterverwendung zuführen – obwohl wir dazu gesetzlich nicht verpflichtet sind. Dieser Ansatz ist ein proaktiver Innovationsschritt. Die Voraussetzung dafür ist, dass auf dem Markt auch eine Nachfrage für dieses Material besteht.

  • Zur Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens wurden umfassende Schallgutachten erstellt. Grundlage dafür ist die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm), die verbindliche Immissionsrichtwerte für Industriegebiete und angrenzende Wohnbebauung vorschreibt.

    Die Gutachten kommen zu einem eindeutigen Ergebnis: Die durch unsere Anlage verursachten Lärmimmissionen, sowohl im Anlagenbetrieb als auch durch den betrieblichen Verkehr, liegen deutlich unterhalb der geltenden Immissionsrichtwerte und die Anlage wird in der Nachbarschaft nicht hörbar sein.

    Durch Anlagenplanung, den Einsatz lärmarmer Technik sowie bauliche Schallschutzmaßnahmen werden wir sicherstellen, dass unsere Anlage unterhalb dieser Irrelevanzgrenze bleibt. Die konkreten Ergebnisse der Schallgutachten werden im Rahmen des Genehmigungsverfahrens öffentlich zugänglich gemacht.

  • In unserem Prozess fällt biogenes CO2 als Nebenprodukt an. Mit dem Genehmigungsantrag wurde eine CO₂-Abscheideanlage für 10.000 Tonnen pro Jahr eingereicht, die, wenn wir den Absatz gesichert haben, ab Inbetriebnahme der Anlage laufen soll.

    Parallel prüfen wir die Machbarkeit einer deutlich größeren Anlage mit einer Kapazität im Bereich von 200.000 bis 400.000 Tonnen pro Jahr.

  • Je nach Schiffsgröße und Auslastung werden es zwischen 80 bis 100 Schiffslieferungen pro Jahr sein.

  • Bereits seit der frühen Planungsphase führen wir Gespräche mit der Hansestadt Stade und den Stader Stadtwerken. Unser Projekt wurde als eine mögliche regenerative Wärmequelle in die Planungen mit einbezogen. Über die weiteren konkreten Planungen der Hansestadt Stade können wir keine Angaben machen.